Das Müllerthal im Osten des Landes bei Echternach ist eine Landschaft aus erodiertem Sandstein: hausgroße Blöcke, gespalten von schmalen Klüften, Überhänge, Höhlen und kleine Wasserfälle, alles unter Buchenwald und überzogen von Moos und Farn.
Der Beiname Kleine Luxemburger Schweiz stammt aus dem 19. Jahrhundert und führt in die Irre — Berge gibt es keine — aber das Wandern ist wirklich gut, und es ist das schönste Naturgebiet Luxemburgs.
Die Felsformationen
Der Sandstein, Luxemburger Sandstein genannt, wurde im Jura abgelagert und seither zerklüftet und zu Formen verwittert, die Namen tragen: der Perekop, die Räuberhöhle, die Hohllay mit Spuren des Mühlsteinabbaus, die Wolfsschlucht. Pfade fädeln sich zwischen ihnen hindurch, mit Metallstufen und Geländern, wo nötig.
Der Schiessentümpel ist das Wahrzeichen: ein kleiner dreifacher Wasserfall unter einer Steinbrücke, unablässig fotografiert und wirklich schön, besonders nach Regen oder im Schnee.
Der Mullerthal Trail
Der Mullerthal Trail umfasst 112 Kilometer in drei Schleifen, markiert und gut gepflegt, ausgezeichnet als Leading Quality Trail. Die meisten gehen Abschnitte — die Schleife ab Berdorf durch die Felsen oder die Strecke von Echternach nach Consdorf sind die Klassiker, je vier bis sechs Stunden.
Das Gelände ist nicht schwer, aber uneben, mit Stufen, Wurzeln und nassem Fels. Festes Schuhwerk zählt hier mehr, als die kurzen Distanzen vermuten lassen.
Beaufort
Beaufort hat zwei Burgen nebeneinander: eine mittelalterliche Ruine und ein Renaissanceschloss des 17. Jahrhunderts, beide zugänglich. Die Ruine ist stimmungsvoller; im Schloss wird der örtliche Cassis verkauft, seit den 1950er Jahren hier hergestellt.
Praktisches
Echternach, Berdorf, Consdorf und Beaufort eignen sich als Basis, mit Campingplätzen, Pensionen und Jugendherberge. Busse erreichen die Dörfer kostenlos, die Einstiege sind mit dem Auto bequemer.
Frühjahr und Herbst sind am besten — der Buchenwald zeigt sich dann am schönsten, und die Felsen sind weniger überlaufen als im Hochsommer.
Der Name
Müllerthal heißt Müllertal auf Luxemburgisch, und die namengebenden Mühlen nutzten die Bäche im Sandstein. Mehrere stehen noch an der Schwarzen Ernz, und die Wanderwege folgen den alten Mühlenpfaden — deshalb verbinden sie Dörfer, statt bloß durch den Wald zu schleifen.