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Die Mosel — Wein und Schengen

Redaktion · 09.08.2026

Die Mosel bildet auf zweiundvierzig Kilometern die südöstliche Grenze Luxemburgs zu Deutschland, und ihre Hänge sind das Weinbaugebiet des Landes — klein, ernsthaft und außerhalb der Region fast unbekannt, weil so wenig exportiert wird.

Die Weine

Die Luxemburger Mosel erzeugt fast ausschließlich Weißwein. Hauptsorten sind Riesling, Grauburgunder, Auxerrois, Rivaner und Elbling, eine alte Sorte, die anderswo selten geworden ist.

Die eigentliche Spezialität ist der Crémant de Luxembourg, ein Schaumwein nach traditioneller Methode mit eigener geschützter Herkunftsbezeichnung seit 1991. Er ist sehr gut und im Verhältnis zum Champagner ausgezeichnet im Preis.

Die Weine unterliegen der Marque Nationale, und die besten Betriebe finden sich in Remich, Grevenmacher, Wormeldingen, Ahn und Machtum.

Besuch

Die Weinstraße folgt dem Fluss, und die Keller bieten Verkostungen — kleine Familienbetriebe ebenso wie die Genossenschaft Vinsmoselle. Das Weinmuseum in Ehnen, einem Dorf mit Rundhäusern, erklärt Geschichte und Arbeit.

Remich ist der Hauptort mit Uferpromenade und Ausflugsschiffen. Grevenmacher hat einen Schmetterlingsgarten und in den Hang getriebene Keller.

Das Rad ist die beste Art: Der flache Uferweg zieht sich durch und schließt am anderen Ufer an das deutsche Netz an.

Schengen

Am Südende liegt das Dorf Schengen mit rund fünfhundert Einwohnern, wo am 14. Juni 1985 das Abkommen zur Abschaffung der Binnengrenzkontrollen unterzeichnet wurde — auf einem Schiff, am Dreiländereck von Luxemburg, Deutschland und Frankreich.

Das Europäische Museum erklärt dort das Abkommen und seine Folgen, und ein Denkmal aus Stahlsäulen markiert die Gründerstaaten. Für jeden, der europäische Grenzen ohne Halt überquert hat, sind zwanzig Minuten dort gut angelegt.

Praktisches

Die Mosel ist eine halbe Stunde von Luxemburg-Stadt entfernt. Busse fahren kostenlos durch das Tal; die Weinorte liegen nahe genug beieinander, um zwei oder drei an einem Tag zu verbinden. Die Lese ist im September und Oktober.

Die Größenordnung

Das gesamte Anbaugebiet umfasst rund 1 300 Hektar, europäisch gesehen winzig und kleiner als manches einzelne Bordelaiser Gut. Etwa zwei Drittel der Erzeugung laufen über die Genossenschaft Vinsmoselle, der Rest über selbstständige Betriebe. Weil kaum exportiert wird, ist die Verkostung vor Ort praktisch der einzige Weg, diese Weine zu trinken.

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