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Luxemburg-Stadt — die Festung auf dem Felsen

Redaktion · 09.08.2026

Luxemburg-Stadt liegt auf und um einen Sandsteinsporn über zwei Flussschluchten, und diese Lage machte sie zu einem der am stärksten befestigten Orte Europas — dem „Gibraltar des Nordens”. Altstadt und Festungswerke stehen seit 1994 auf der UNESCO-Liste.

Die Kasematten

Unter der Stadt verläuft ein Netz von Kasematten: Stollen, Galerien und Geschützstellungen, ab dem 17. Jahrhundert von spanischen, französischen und österreichischen Ingenieuren in den Fels getrieben. In größter Ausdehnung maßen sie dreiundzwanzig Kilometer; erhalten sind etwa siebzehn.

Zwei Abschnitte sind zugänglich. Die Bock-Kasematten an der Stelle der Burg des 10. Jahrhunderts sind die eindrucksvolleren, mit Öffnungen senkrecht über dem Alzettetal. Die Pétrusse-Kasematten sind größer und weniger besucht. Im Zweiten Weltkrieg boten sie bei Luftangriffen Zehntausenden Schutz.

Als die Neutralität Luxemburgs 1867 im Londoner Vertrag garantiert wurde, musste die Festung geschleift werden — ein Vorgang von sechzehn Jahren. Erhalten blieb, was sich praktisch nicht entfernen ließ.

Die Corniche

Der Chemin de la Corniche folgt den alten Wällen über dem Grund, und die Bezeichnung „schönster Balkon Europas” — vom luxemburgischen Schriftsteller Batty Weber — hat sich gehalten, weil sie ungefähr stimmt. Fünfzehn Minuten Weg liefern den prägenden Blick: das Tal, die Abtei Neumünster, die Brücken und der Fels.

Die Oberstadt

Der großherzogliche Palast im flämischen Renaissancestil ist der Stadtsitz des regierenden Großherzogs; davor findet die Wachablösung statt, im Sommer sind Führungen möglich.

Place d'Armes und Place Guillaume II sind die Hauptplätze mit Märkten und Cafés. Die Kathedrale Notre-Dame birgt die großherzogliche Gruft, und die Adolphe-Brücke von 1903 über das Pétrussetal ist das Ingenieurwahrzeichen, seit Kurzem mit einem unter der Fahrbahn aufgehängten Fußgängersteg.

Praktisches

Die Stadt ist klein und der historische Kern begehbar, allerdings mit erheblichem Höhenunterschied zwischen Plateau und Tälern. Aufzüge und eine Standseilbahn verbinden die Ebenen und sind — wie der gesamte öffentliche Verkehr des Landes — kostenlos.

Zu beachten: Luxemburg zählt zu den teuersten Städten der EU, und die Hotelpreise folgen dem Geschäftsverkehr. Wochenenden sind deutlich günstiger als Werktage, umgekehrt zu den meisten Zielen.

Wie lange bleiben

Zwei Nächte decken die Stadt bequem ab: ein Tag für Kasematten, Corniche und Oberstadt, ein weiterer für Grund, Kirchberg und ein Museum. Das Land ist klein genug, dass die Hauptstadt zugleich Basis für alles Übrige ist — Vianden, Echternach und die Mosel liegen jeweils eine Stunde entfernt.

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