Die Luxemburger Küche liegt genau dort, wo das Land liegt: deutsch in der Substanz, französisch in der Technik. Das fasst man vor Ort gern als „deutsche Mengen in französischer Qualität” zusammen, und das trifft es.
Judd mat Gaardebounen
Das Nationalgericht ist Judd mat Gaardebounen: geräucherter Schweinehals, gewässert und dann geschmort, serviert mit Saubohnen in Rahmsauce und Salzkartoffeln. Es ist gehaltvoll, mild und tröstlich und steht auf jeder traditionellen Karte. Am besten im späten Frühjahr und frühen Sommer, wenn die Bohnen frisch sind.
Das übrige Repertoire
Bouneschlupp ist grüne Bohnensuppe mit Kartoffeln und Speck, das Alltagsgericht des Landes. Gromperekichelcher — geriebene Kartoffelpuffer mit Zwiebel und Petersilie, frittiert — sind das klassische Straßenessen auf jeder Kirmes und jedem Weihnachtsmarkt.
Träipen ist Blutwurst mit Apfelmus, gegessen um Neujahr. Rieslingspaschtéit ist eine Pastete aus Schweine- und Kalbfleisch, in Riesling gegart. Von der Mosel kommen die Friture de la Moselle, kleine frittierte Flussfische, und Forelle.
Kachkéis — Kochkäse — ist ein weicher, laufender, kräftiger Aufstrich, auf Brot mit Senf gegessen, und das, wozu Besucher am häufigsten herausgefordert werden.
Süßes
Die Quetschentaart, ein flacher Zwetschgenkuchen, erscheint im Spätsommer und ist wirklich ausgezeichnet. Verwurelter sind gedrehte Fastnachtskrapfen.
Zu trinken
Die Moselweine und der Crémant de Luxembourg sind die lokalen Getränke, und der Crémant lohnt die Bestellung. Neben den älteren Marken Bofferding und Diekirch gibt es mehrere gute Craft-Brauereien. Quetschenschnaps und der Cassis de Beaufort sind die heimischen Spirituosen.
Wo essen
Luxemburg-Stadt hat für seine Größe ungewöhnlich viele Sternerestaurants, getragen vom institutionellen und finanziellen Geld. Dort findet sich nicht die traditionelle Küche.
Für diese sucht man eine dörfliche Stuff oder ein Gasthaus in den Ardennen oder an der Mosel, wo das Tagesmenü auf einer Tafel steht. Die Portionen fallen größer aus als erwartet.
Essenszeiten
Das Mittagessen wird ernst genommen und etwa von zwölf bis vierzehn Uhr serviert; viele Lokale schließen zwischen den Diensten und öffnen erst gegen neunzehn Uhr wieder. Das sonntägliche Familienessen ist eine feste Größe, Reservierung empfiehlt sich.