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Die Ardennen und die Ardennenoffensive

Redaktion · 09.08.2026

Das nördliche Drittel Luxemburgs ist das Ösling, Teil der Ardennen: hoch, bewaldet, dünn besiedelt und von tiefen Flusstälern zerschnitten. Es ist die Wanderregion des Landes und trägt eine schwere Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Ardennenoffensive

Im Dezember 1944 startete die Wehrmacht ihre letzte große Offensive durch die Ardennen, und die nördliche Hälfte Luxemburgs wurde überrannt. Die Kämpfe jenes Winters zerstörten mehrere Ortschaften fast vollständig und töteten Tausende Zivilisten. Jedes Dorf hier hat ein Mahnmal, und amerikanische wie deutsche Soldatenfriedhöfe liegen nahe der Hauptstadt.

Das Nationale Militärhistorische Museum in Diekirch ist das wichtigste, mit lebensgroßen Dioramen der Kämpfe, und es ist ungewöhnlich gut: detailliert, nüchtern und auf Soldaten wie Zivilisten gleichermaßen bezogen.

Clervaux

Clervaux in einer engen Schleife der Clerf ist der schönste Ort des Nordens: ein weißes Schloss, eine Benediktinerabtei auf der Höhe und Schieferdächer im Tal.

Im Schloss befindet sich The Family of Man, die Fotoausstellung, die Edward Steichen — in Luxemburg geboren — 1955 für das MoMA zusammenstellte. Sie reiste acht Jahre um die Welt und wurde seinem Geburtsland dauerhaft überlassen. Fünfhundertdrei Fotografien aus achtundsechzig Ländern gruppieren sich um Geburt, Liebe, Arbeit, Krieg und Tod. Seit 2003 steht sie im UNESCO-Register Memory of the World und bleibt eines der bewegendsten Dinge, die man im Land sehen kann.

Der übrige Norden

Wiltz veranstaltet jeden Sommer ein Freilichtfestival im Schlosshof und zeigt ein Museum zum Generalstreik von 1942 gegen die Zwangsrekrutierung. Esch-Sauer liegt in einer fast geschlossenen Flussschleife unter einer Burgruine — das fotogenste Dorf Luxemburgs.

Der Obersauerstausee, Trinkwasserspeicher des Landes, ist das wichtigste Gewässer zum Baden und für Wassersport, mit markierten Wegen ringsum.

Wandern

Die Ardennen tragen die Fernwanderwege Escapardenne, die Luxemburg mit Belgien verbinden, sowie Dutzende lokale Rundwege. Das Gelände ist steiler als sonst im Land.

Praktisches

Züge fahren von Luxemburg-Stadt nach Ettelbrück, Diekirch und Clervaux, kostenlos. Die Entfernungen sind klein — nichts im Norden liegt mehr als anderthalb Stunden von der Hauptstadt entfernt — aber die Straßen winden sich.

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